hatte ich heute.
Gegen 6 rief mich meine Mutter an - ich hab gleich gemerkt - es brauchte nur die Frage "wie gehts" und es sprudelte aus ihr raus, daß es ihr gar nicht gut geht. Natürlich - klar - am "Mittwoch nachmittag haben alle Ärzte zu" Tag.

Nachdem ihre Symptome auch mir nicht so erschienen, daß man das auf die lange Bank schieben sollte (sagen wir mal so - es kam ne Menge Blut drin vor und ihr wollt keine Details), hab ich sie geschnappt und bin erstmal in die bis 21 Uhr geöffnete Bereitschaftspraxis gefahren. Vorher hab ich aber noch für alle Fälle ein "Übernachtungsköfferchen gepackt" - man weiß ja nie.

In der Praxis gings vergleichbar flott - mit dem Ergebnis, daß wir ne Überweisung ist Großkrankenhaus bekamen - und bitte "gehe direkt über los, mache keinen Umweg...." - Klartext: Die Ärztin hätte eigentlich nen Krankenwagen bestellt, wenn ich nicht den Eindruck gemacht hätte, ihre Anweisungen ernst zu nehmen. Für alle Fälle - falls mir meine Mutter im Auto wegklappt - hat sie schonmal nen Zugang am Handgelenk gelegt - dann können die in der Notaufnahme schneller ran.

OK...im Krankenhaus dann - Aufnahmen - Story erzählt, Überweisung abgeliefert. Alles im PC. Dann Patientenannahme - Blick in Akte - was fehlt ihnen? Story erzählt. Warten. Blut abnehmen. Warten. In ein Behandlungszimmer. Story erzählt. Warten. EKG. Warten. Immer wieder huscht jemand durch. Gerne auch mehrere. Kurze Übergabe der Schwester an andere - Schichtwechsel. Ärztin. Story wurde zum 5. oder 6. Mal abgefragt. Untersucht. Es ist klar - Aufnahme ins Krankenhaus. Erklärt, was nun passiert. Erstmal Ultraschall. Im Bett hingefahren. Warten. Am nächsten Tag soll Magen und Darmspiegelung erfolgen - also erklärt Ärztin: Nachts Glaubersalz Abführzeug trinken.

Auf Station (HURRA - es gab doch ein Bett im Zimmer - und war ein Gangbett angekündigt!). Auf einmal hieß es: Nüchtern bleiben. ÄH - HALLO - Schwester - bitte prüfen - es hieß Abführzeug und trinken. Huch - oh - da muß ich nachlesen.

Was machen eigentlich Patienten, die nicht gut deutsch können? Und wo niemand dabei ist und Widersprüchlichkeiten bemerkt?

Ich möchte anmerken: Bis auf die völlig zickige Röntgenschwester waren alle unheimlich freundlich, wenn auch unheimlich überarbeitet. Jeder hat aber eine gute Besserung gewünscht. Aber wenn Du nicht aufpaßt wie ein Luchs, kannst Du ganz schnell durchs System rutschen. Und wenn das nicht vorbereitet wird, was geplant ist, bist Du halt schnell nen Tag länger in der Klinik....

Ach ja - der Spaß hat ziemlich genau 4 Stunden gedauert, bis meine Mutter endlich auf einer Station in einem Bett lag. 10 vor 12 bin ich aus der Klinik gestolpert.
Ich hoffe, es ist nichts ernstes....

Ach ja - ich hab in der Wartezeit 2 Bücher ausgelesen....