Montag, 26. November 2012

Hermes - oder "Göttliche Eingebung beim Götterboten"

Von Spaß mit Zustelldiensten hört man öfter – ich hab den auch immer mal wieder – aber was heute passiert ist, ist schon nochmal ne Nummer besser.

Der Hermes Bote kommt ins Büro, Päckchen auf die Theke, EDV-Gerät zum Unterschreiben hin. Ich unterschreibe (ich warte auf ein Paket – und wir haben auch sowieso fast jeden Tag Lieferungen). Blick aufs Paket – ne – Moment – Stopp – das ist nicht für uns. Ganz andere Straße…. Und kein Doppelname. Fahrer drückt mir eine Sendungshistorie von Hermes in die Hand – Hermes hat uns als Empfänger ermittelt.
Mh – seltsam – keine Ahnung wie – aber sei es drum. Das nehm ich mal so hin.

Fahrer geht – ich öffne das Paket – und krieg nen Lachflash. Definitiv nicht für uns. Ein nettes kleines Set Liebeskugeln, ein hübscher handlicher Vibrator mir rosa Satin-Beutelchen…. Nein – das ist nicht für unser Büro. Und auch für keinen Kollegen – solche Sendungen läßt man sich nicht auf die Büroadresse senden – erst recht nicht an die Firma adressiert.

Schnell den Fahrer zurückgepfiffen. Der kam wieder hoch – meint nur: Unterschrieben und außerdem offen. Nimmt er nicht wieder mit.

ÄH???? Hallo!!!! Das war nicht an uns adressiert.

Wenn wir (als Beispiel)

Firma Huber & Müller
Leopoldstraße 17
80995 München

wären

war die Adresse auf dem Paket:

Hannelore Huber
Kristallstraße 59
80995 München

Außer Ort und ein Namensbestandteil stimmte NICHTS überein!

Lieferant angerufen. Erst verstanden die gar nicht, was ich will. Dann waren die so fassungslos, daß sie das intern erstmal besprechen mußten, was sie nun machen. Rief mich dann zurück…Paket bitte vernichten (oder behalten….)

Von uns haben sie nen Scan des Adressetiketts bekommen und des Hermes-Zettels, mit dem Hermes uns als „Empfänger“ bestimmt hat.

Morgen werden die ein Gespräch mit Hermes führen.

Die sind Großversender – ich glaub, die sehen das nicht ganz so spaßig wie ich…
Ein Kollege meinte, wir könnten den Inhalt doch unserer Getränke und Geschenkeverlosung zu Weihnachten packen. Vor lachen wär ich in der Küche fast in den Mülleimer gestolpert….

Zum Mitlachen hier der Paketinhalt:

Freitag, 16. November 2012

Serenade of the Seas - 16.11.Livorno

OK - und hier nun einen Runde Schämen - oder sowas ähnliches.
Heute war Livorno angesagt. Nun gibt es zu Livorno eins zu sagen - Industriehafen. Die meisten Gäste nutzen Livorno als Ausgangsort entweder nach Florenz oder nach Pisa oder zu einer Tour in die Toskana.
Nun waren sowohl der beste Mitreisende der Welt als auch ich tatsächlich mehrfach in der Toskana, in Pisa, in Florenz - einige Male davon sogar gemeinsam - einmal sogar schon 2 Wochen lang in einem Ferienhaus in Arrezzo (auch so ne Freundesreise.....).
Wir sind aber beide der Ansicht, diese Reise hat bedauerlicherweise zu wenig Seetage.
Daher deklarieren wir den 16.11. zum zusätzlichen Seetag - es ist eh ein bißchen kühl. Was kann man da schöneres machen, als in der Sauna zu hocken, im Hot Whirlpool, alle paar Stunden an einem Trivia-Spiel teilzunehmen, das leere Schiff zu genießen?
Eben - und genau das haben wir heute gemacht.
Nichts - und davon viel!
Kulturbanausen, die wir sind!

Donnerstag, 15. November 2012

Serenade of the Seas - 15.11. Civitavecchia

Civitavecchia hat eine etwas undankbare Aufgabe. Es ist der Hafen von Rom. knapp 70 km außerhalb. Was wirklich fies ist - denn die Stadt selbst ist hübsch, hat immerhin um die 50.000 Einwohner und wurde schon von den Etruskern gegründet. Echt blöd.
Und dabei gibt sich der Bürgermeister des Ortes wirklich Mühe. Das ist übrigens nicht ironisch gemeint. Man hat die Strandpromenade auf Vordermann gebracht, die Gäste bekommen einen wirklich guten Plan der Stadt (er fiel uns wirklich angenehm auf!), es gibt ein kleines Museum, dessen Eintritt sogar kostenlos ist und insgesamt - wenn man so durch den Ort bummelt - es ist wirklich nett! Ach ja - man bietet an verschiedenen Stellen im Ort Hotspots mit gratis WLan für die Gäste!
Mark Twain hat dies über Civitavecchia in seinem Reisebericht von 1869 geschrieben:
"Dieses Civita Vecchia ist das feinste Drecknest und Domizil von Ungeziefer und Unwissenheit ... Diese Gässchen sind mit Steinen gepflastert und mit einem Teppich bedeckt, der aus toten Katzen, vermoderten Lumpen, verwesten Gemüseabfällen und Überbleibseln alter Schuhe besteht, alles mit Spülwasser durchtränkt, und die Leute sitzen auf Schemeln herum und genießen das ... Ein Teil der Männer geht zum Militär, die anderen werden Priester und der Rest wird Schuster ... Hier gibt es nichts zu sehen".
Dem stimme ich nicht zu!
Uns gegenüber "parkt" die niegelnagelneue Celebrity Reflection:

Ein ebenfalls wunderschönes Schiff aus der wunderschönen Meyer Werft in Papenburg! Würde ich gerne man ausprobieren!
Wir haben uns vorgenommen, nach dem Besichtigungstag gestern heute nur ein kleines Programm zu unternehmen.
Das dürfte das meist fotografierte Motiv sein:

Jeder Mann guckt der Dame unter den Rock!
Das Foto kennt ja vermutlich jeder, nachdem diese Statue gemacht wurde?
"V-J Day in Times Square ist der Titel eines Fotos des deutsch-amerikanischen Fotoreporters Alfred Eisenstaedt."
http://de.wikipedia.org/wiki/V-J_Day_in_Times_Square

Wir bummeln wirklich nur ein wenig durch den Ort, lassen es uns gut gehen und genießen den Tag.
Lesen, Pool, Balkon, Essen.....

Mittwoch, 14. November 2012

Serenade of the Seas - 14.11. Rom

Heute gehts ans Eingemachte! Warum? Tja - also - zum einen: Ich war echt noch nie in Rom. Dabei war jeder schon in Rom - zumindest hat es den Anschein. Ich ernte immer Fassungslosigkeit, wenn rauskommt, daß ich wirklich noch nie da war. In Bayern landet man schließlich fast zwangsweise auf irgendeiner Klassen-/Bildungs-/Abschlußfahrt in Rom. Und dann war ich jahrelang in der Reisebranche. Unfaßbar - ich war noch nie in Rom.
Zum anderen - die Römer haben beschlossen, es den Spaniern gleichzutun und sich deren Generalstreik anzuschließen. Allerdings in abschwächter Form. Die Italiener bestreiken nur die Bahn und öffentlichen Verkehrsmittel. Und nur von 14 Uhr bis 18 Uhr. Also eigentlich nach italienischen Verhältnissen gar kein echter Streik. Zumindest nicht so richtig.
An Bord liegt am Vorabend eine Information von Captain Karen und der Reederei. In der wird dringlich von eigenen Ausflügen abgeraten - eben wegen des Streiks. Man solle noch Schiffsausflüge buchen! (Klar - würde ich auch anraten - NUR DER TRANSFER nach Rom ohne jede Besichtigung schlägt mit 90 $ zu Buche pro Person!). Es werden geradezu Horrorszenarien über mögliche Gewalt beschrieben. Also damit tut man den Italienern aber schon Unrecht - die streiken - aber die marodieren doch nicht!
Nachdem das Schiff 2 volle Tage im Hafen von Civitavecchia liegt, muß man sich am ersten Abend keinerlei Sorgen machen, zu spät zurück zu kommen. Das Schiff bleibt über Nacht.
Wir haben vor, mit dem Zug nach Rom zu fahren. Wir brechen nach einem gemütlichen Frühstück auf.
Direkt am Hafenausgang gibt es einen Kiosk, an dem das sogenannte BIRG-Ticket verkauft wird. Es gilt für alle Vorort-Züge nach Rom (nicht für den Intercity!) und zudem für alle öffentlichen Verkehrsmittel (Bus, U-Bahn) in Rom. 2 amerikanische Mitreisenden, die wir schon kennenlernten, stehen noch unschlüssig rum, weil sie nicht genau wissen, was und wie - die "nehmen wir gleich mit an der Hand" - 12 € pro Person über den Tresen und dann zur Bahnstation. Ein Weg von wenigen Minuten - der Zug fährt etwa alle 30 Minuten. In den Stoßzeiten kann er brechend voll sein - zu unserer Abfahrtszeit keine Rede - wir bekommen bequem Sitzplätze im modernen Doppelstockwagen. Und auf die Minute pünktlich gehts los. Man darf nicht vergessen, am Automaten in der Eingangshalle des Bahnhofs die Tickets zu entwerten und abzustempeln!
Man ist etwa 1 Stunde und 10 Minuten unterwegs (es gäbe aber einen früheren Stop beim Vatikan - wer das also auf seiner To Do Liste hat.... dann dauerts etwa 50 Minuten).
Wir trennen uns von dem Pärchen am Hauptbahnhof und vergleichen die Angebote der Hop On Hop Off-Busse - Route, Preis und Frequenz. Da zu erwarten ist, daß im Laufe des Tages der Transport mit den Öffentlichen Verkehrsmiteln schwierig werden könnte, buchen wir so eine Tour. Der Preis liegt immer so bei ca. 20 € für einen Tag. Auf gehts:


Wir fahren bis zum Forum

- denn wir haben Online Tickets für das Colosseum gekauft -
www.omniticket.it
Sie gelten für Forum, Palatin und Colosseum, können zu Hause ausgedruckt werden und sind an 2 aufeinanderfolgenden Tagen gültig.
Der Preis pro Person ist 13,50 € - man bekommt eine Bestätigung und kann dann sein Ticket ausdrucken - aufpassen - nicht am Barcode falten! Vor ort gibt es dann eine eigene Eintrittsmöglichkeit - an den Schlangen vorbei (bei uns waren keine langen Schlangen - aber im Sommer....).
Man konnte noch einen Audioguide leihen und einen Videoguide. Das ist ein Ipod mit Erklärungen und Videospots drauf.
Wir nehmen den Videoguide - wir müssen ja immer jeden technischen Schnickschnack ausprobieren (ich glaub, der war 1 € teurer als der Audioguide). Resumee: Würden wir nicht wieder nehmen. Die Videoclips waren meist Ausschnitte aus alten Monumentalschinken - die mitgelieferten Kopfhörer so miserabel, daß selbst die lauteste Lautstärke wie ein Flüstern war. Lieber einen guten Audioguide!


Es ist schon unfaßbar beeindruckend, wenn man da drin steht, was man sonst so aus dem Lateinunterricht kannte! Und es ist wirklich sehr sehr groß!

Ich brauche nicht zu erzählen, daß die da Aufzüge hatten, mit denen man "plötzlich Kulissen verschieben konnte, Tiere aus Bodenklappen lassen konnte", auch die Arena fluten konnte für Schiffsschlachten....


Wir "vertrödeln" so viel Zeit im Colosseum, daß wir es gar nicht mehr schaffen, das Forum noch anzusehen (es schließt in der Wintersaison um 16:00 Uhr). So warten wir auf den nächsten Bus und machen einfach die Stadtrundfahrt weiter:



So - nun wird es zu dämmrig, um noch zu fotografieren. Wir genießen die Fahrt im Doppelstockbus - und mußten für Rom ganz sicher "Mut zur Lücke" haben - denn es ist natürlich ausgeschlossen, an einem Tag auch nur ein winziges bißchen der Stadt zu erkunden - es ist eine Stippvisite und nicht mehr.
Wir essen noch gemütlich in einem kleinen Restaurant, spazieren zum Bahnhof und nehmen gegen 21 Uhr einen Zug zurück nach Civitaveccia. Gegen 22:30 Uhr trudeln wir wieder auf dem Schiff ein - wir sind viel gelaufen, voller Eindrücke von Rom. Es ist sicher nicht mein letzter Besuch dort.

Dienstag, 13. November 2012

Serenade of the Seas - 13.11. Neapel

Auf Neapel haben wir uns gefreut wie die Kinder - schließlich waren wir hier schon letztes Jahr - und haben damals Pompeji angeguckt - nun können wir Herkulaneum sehen - was uns - schon als Vergleich - brennend interessiert.

Wettertechnisch Schwein gehabt:

Perfektes Besichtigungswetter - angenehm sonnig, aber nicht heiß.

Wir laufen zur Station der Circumvesuviana und kaufen Fahrkarten. Die Fahrkarten haben glaube ich 1,20 € pro Person und Strecke gekostet. Wir wundern uns ein wenig, daß gar keine Zuganzeigen auf den Tafeln sind - und fragen einen Uniformierten - der uns an jemanden verweist (er selbst spricht nur italienisch). Dort erfahren wir "Streik". Mh.... Wir denken uns mal, kann nicht lange dauern - sonst würden die Leute nicht alle bleiben und warten und man hätte uns wohl auch keine Fahrkarten verkauft. So war es auch - und unser Zug ist sogar der erste, der wieder fährt. Wir müssen "Ercolano Scavi" aussteigen. Auf der Fahrt hat man fast immer den Vesuv im Blick.

Ercolano (also Herkulaneum) ist um diese Jahreszeit ein sehr untouristischer Ort. Palavernde alte Männer an den Straßenecken, ein paar Hausfrauen beim Einkaufen, das Kind an der Hand. Keine schiebenden und drängelnden Massen. Vom Bahnhof ist die Ausgrabung gut ausgeschildert - einfach die Straße in Richtung Meer. Wenige 100 m.

Die Ausgrabung beginnt quasi mitten in der Stadt:

An manchen Stellen hängt wirklich die Wäsche der Wohnhäuser über den darunter liegenden Ausgrabungen!
Man geht über eine Art Steg schon über das Ausgrabungsgelände, bis man zum Kassengebäude kommt. Der Eintritt beträgt 11 € pro Person, wir nehmen dazu den Audioguide - 2 Geräte für 10 €. Wir haben mit diesen gute Erfahrungen gemacht - sie sind gut gesprochen, sehr informativ und man kann je nach Informationsbedarf weiterführende Infos anklicken oder eben nicht.

Interessant ist, daß hier z.B. vergleichsweise wenig geforscht wurde - es gab immer wieder Ausgrabungen - aber Pompeji wurde halt deutlich intensiver beforscht.

In Herkulaneum sind viele Häuser gut erhalten (sie brachen nicht ein, weil sie schon vorher "ausgefüllt waren".
Dies waren Gewölbe, die ursprünglich offen zum Strand waren - die "Mauer" kam durch den Vulkanausbruch! Hierhin hatten sich die Menschen geflüchtet und hofften wohl, dort geschützt zu sein und übers Meer zu entkommen:


Viele Wandmalereien sind noch erhalten:

Ein antikes Fast-Food-Lokal:


In den eingemauerten Krügen gabs Wein, auf den Wandregalen Waren, man konnte sich hinsetzen im hinteren Teil, da gabs dann auch noch "Nüßchen" aus nem Krug zum Wein dazu....




Das Ding ist der Hammer - es ist eine Original-Toga-Bügelmaschine:

Die Gewänder wurde gewaschen, getrocknet und dann gefaltet in diese Maschine gelegt und glatt gepreßt. Es ist kein Nachbau - sondern das Original - in dem Wäschereihaus!

Man legte Wert auf "Schöner Wohnen":




Wandmalereien, Mosaiken, schöne Bodenmosaiken!

Die Dächer waren nach innen abschüssig und offen - man fing das Regenwasser ein und ließ es ablaufen in die Mitte des Hauses ins Atrium:


Da fing man es in einem Becken auf - und leitete es in eine Zisterne.
Es gab auch noch ein "Hotel" in der Stadt - mit "unverbaubarem Meerblick". Zum Zeitpunkt des Vulkanausbruchs war es gerade wegen Renovierung geschlossen. Man konnte sich beim Durchwandern richtig vorstellen, welchen Komfort es hatte - mit Seeterrasse, eigener Thermenanlage, komfortable Zimmer.....

Und immer hat man den Vesuv in Sichtweite:

Wir machten uns wieder auf den Rückweg - Herculaneum hat uns enorm begeistert. Es waren sehr sehr wenig Leute da - außer uns haben wir vielleicht 20 weitere Besucher gesehen....

Den Ausflug hätte es als 3,5 Stunden Ausflug von der Reederei gegeben - da hätte er 65 US$ gekostet pro Person - wir haben mit Eintrittsgeld etwa 20 € bezahlt - waren aber deutlich länger dort gewesen. Wir unternehmen einfach lieber etwas auf eigene Faust - wir können unseren Zeitplan nach unseren Wünschen gestalten, stehen und bleiben wo wir wollen und gehen wann wir wollen.

Montag, 12. November 2012

Serenade of the Seas - 12.11. Messina

Ein Katzensprung war es - von Malta nach Sizilien!

Letztes Jahr waren wir schon in Palermo - dieses Jahr also andere Ecke der Insel - verbunden mit der Fahrt durch die "Straße von Messina" (da sind es teilweise nur 3 km zwischen Festland und Sizilien).
Wir sind in den frühen Morgenstunden angekommen - zu sehen gäbe es ja vieles - so kann man Ausflüge nach Taormina machen - hübsche Stadt und Ausgrabungen.
Wir hatten aber andere Pläne - wir haben einen Leihwagen gebucht. Die Autovermietung habe ich sorgfältig ausgesucht - logisch - der Preis war wichtig - aber auch, daß die Vermietstation quasi direkt am Hafen ist. Einmal über die Straße rüberfallen - schon da.
Der Leihwagen kostet knapp 40 €, gebucht haben wir über Drive FTI und der Vermieter ist letztlich "Maggiore". Ein Vorteil: Man bekommt das Auto "vollgetankt" (zumindest theoretisch) und tankt es bei Abgabe wieder voll. Warum das besser ist? Üblich ist inzwischen ein "Voller erster Tank und man kann es leer abgeben" - entsprechend teurer ist das Auto. Nur - gerade bei Kurzmieten wird so gut wie nie leer gefahren - da verschenkt man schnell einen halben Tank. Und selbst bei längeren Mieten - es traut sich ja niemand, das Auto wirklich auf den letzten Tropfen leer zu fahren - immer ein gutes Geschäft für den Vermieter.
Aber genug des Exkurs. Wir hatten einen Ausflug zum Ätna vor. Navi hatten wir dabei. Sei auch ganz einfach (Himmel - es kann ja nun nicht so schwer sein, den Berg zu finden....). Auf die Autobahn von Messina aus, Ausfahrt Ätna.
Dann wirds kurvig. Das haben Berge ja gerne so an sich.
Es riecht auch etwas schwefelig - das könnte ein Zeichen sein. Dann eine Bergstation - und ein Skilift, der nicht in Betrieb ist, ein paar Souvenirhütten und gähnende Leere.



Sehr seltsam!
Parkplätze für hunderte - aber außer uns nur 3 Autos da. Aufklärung naht - wir bekommen das Gespräch der Reisenden eines anderen Wagens mit einer Souvenirverkäuferin mit. Wir sind Ätna Nord - wir müssen aber Ätna Süd. Ätna Nord ist nur Skibetrieb - aber ohne Schnee kein Skibetrieb.
AHA - nennt mich kleinlich - aber so ein klitzekleiner Hinweis IRGENDWO dazu (ich habe etliches gelesen und auch die Schilder) wäre schon irgendwie hilfreich gewesen. Also kurvige Straße wieder runter, am Schwefel vorbei, wieder auf die Autobahn - nächste Ausfahrt Ätna raus - nur um ein Schild Ätna Ost zu sehen - also wieder rauf auf die Autobahn - und die nächste Ausfahrt runter (immer dran denken - Autobahngebühr.....).
Kurvig geht es rauf - der Beste Mitreisende der Welt hält es für unmöglich, daß diese leeren kurvigen Straßen tatsächlich die Zufahrt zu DER SEHENSWÜRDIGKEIT sind.
Aber - Trompetenhall und Donnerschall - wir kommen auf einem RIESIGEN Parkplatz an - Plätz sicher für 500 Autos und 200 Reisebusse. Belegt von ca. 3 Reisebussen (markiert mit dem Schild "Serenade of the Seas") und maximal 20 Autos.

Man kann von hier aus noch mit einer Seilbahn auf den Gipfel fahren.

Wir checken mal unser "Zeitbudget" und entscheiden uns dann, nur den Silvestri-Krater zu umrunden. Das ist einer der "Nebenkrater". Die Landschaft ist wirklich karg, mondähnlich - zumindest wie ich mir mondähnlich vorstelle - und schroff.


Wir haben übrigens etwa 15 Grad Celsius oben - was quasi kuschelig warm ist - denn es kann da durchaus auch im September Schnee haben - was ja der Skilift beweist.
Wir brechen zeitgleich zu einem der Schiffs-Reisebusse auf und schlängeln uns hinter ihm die Strecke hinab - der hat schließlich das gleiche Ziel wie wir.

Wir kommen durch Gegenden, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen:

In schallendes Gelächter brechen wir allerdings aus, als wir an der Tankstelle vorbeikommen, an der wir bei der Ausfahrt Ätna Ost getankt hatten - es hätte also einen Weg von dort gegeben....
In Messina kämpfen wir uns durch die Einbahnstraßen wieder zu unserer Autovermietung - die größte Kunst ist eigentlich, einen Parkplatz für den Wagen zu bekommen. Abgeben ist einfach - zur Sicherheit haben wir aber den Wagen einmal rundum fotografiert samt Tacho- und Tankstand.... - damit man im Falle des Falles einen Beleg. Denn schließlich muß man einen Kreditkartenbeleg hinterlassen.... (zur Ehrenrettung der Sizilianer muß man aber sagen - es gab keinerlei unrechtmäßige Belastungen oder Abbuchungen).
Auf dem Schiff angekommen senkt sich am Nachmittag schon wieder langsam Dämmerung und Dunst über die Stadt:

Ciao Sizilien!

Sonntag, 11. November 2012

Serenade of the Seas - 11.11. Malta

Hach - MALTA! Na - wer war schon da? (meistens ist die Antwort "ich nicht")

Und irgendwie kann sich immer niemand was unter Malta vorstellen. Da kommt auch gerne die Frage, ob das überhaupt ein eigener Staat ist (ja - sind sie - schon länger). Was sprechen die da (englisch und maltesisch, die meisten können auch italienisch). Hey - und die gehören zur EU und haben auch den EURO!
Ich war vor ungefähr einer Million Jahre schonmal auf Malta und fand damals: Wir hätten locker noch deutlich länger bleiben können, weil wir bei weitem nicht alles gesehen hatten. Und dabei ist diese poplige Insel (seien wir ehrlich - es sind eigentlich 3 bewohnte Inseln: Malta, Gozo und Comino) echt winzig - Malta ist grad mal 28 km lang und auch nur 13 km breit - ehrlich - alles Landkarten auf denen Malta eine erkennbare Größe hat haben ungefähr den gleichen Maßstab wie ein Stadtplan von München....
Aber es gibt so irre viel auf der Insel zu sehen - man muß sich mal vorstellen - die Inseln sind seit 6000 Jahren besiedelt! Da waren wirklich ALLE (nicht immer zur Freude der Malteser)

Genug der Fakten - wir haben auch diesmal nicht alles gesehen - im Gegenteil.

Wir haben uns nur in der Hauptstadt Valletta rumgetrieben. Die steht komplett unter Unesco Schutz als einzige Hauptstadt, die komplett Weltkulturerbe ist.

Am 11. November ist ja in den Staaten des Commonwealth Rememberance Day (entspricht unserem Volsktrauertag - wer mal Leute mit Mohnblumen-Ansteckern gesehen hat - die werden an diesem Tag angesteckt). Man gedenkt der Toten der Weltkriege.

Was wird gerade geboten auf Malta: Großbaustelle (als ob ich das nicht zu Hause auch gerade hätte!)
Renzo Piano hat dort ein Großprojekt - wens interessiert:
http://www.visitvalletta.de/renzo-piano-projekt/
Ich hab mir die Erklärungen angesehen und fand es vor Ort sehr verheißungsvoll und die Neuerungen gliedern sich gut ein in die historische Substanz. Ich bin gespannt, wie es fertig aussehen wird - jetzt waren halt viele Bauzäune.

Aber nun: FOTOS





Das war das erste Mal in meinem Leben, daß für ein einlaufendes Kreuzfahrtschiff Salut geschossen wurde!


Hier legten wir an:


Das nette "Papierschiffchen" ist "Kunst am Bau"





Ein bißchen England ist schon noch da:




"Und hinten das Meer"



"Der alte Mann und das Meer"


Ach ja - und diese Yacht war im Hafen:


Wer sie mal mieten will:
http://www.yachtmarthaann.com/

Ein echtes Schnäppchen - man sollte so etwa mit 800.000,00 US$ pro Woche rechnen....

Ja - das waren die Salutkanonen!


Am abend wurde es ziemlich windig - wir haben immer erwartet, daß es die Regenschutzzelte vor dem Schiff und vor den Restaurants wegpustet.... aber alles blieb stehen.
Wir wurden noch durch eine Militärparade verabschiedet. Malta hat sich hervorragend präsentiert!