... der doch Servicewüste?
Wer länger bei mir liest, weiß - ich habe ewig im Handel nebenbei
gejobbt. Unter anderem fast 5 Jahre bei Woolworth. Ich sehe mich also
nicht als "Einzelhandels-Basher"....
Der stationäre Handel jammert. Ich wundere mich zwar angesichts der
vielen Menschen, die mit riesigen Tüten durch die Stadt schlendern –
aber prinzipiell – es wird immer und immer wieder das böse Internet
beklagt (im übrigen auch gerne von Firmen, die eigene Webseiten
betreiben und einen mit Werbung und Newslettern durchaus vollmüllen).
Nun – Wendy war bereit und willens, den stationären Handel durch
Geldausgabe zu stützen. Wendy hat sogar – um die Besorgungen zu
erledigen – Überstunden genommen und sich ins weihnachtliche Getümmel
gestürzt.
Auf der Einkaufsliste stand bei weitem nichts außergewöhnliches –
zudem sind mehrere Geschäfte, die behaupten eine entsprechende
Fachabteilung zu haben – in Reichweite. Und ich war auch noch flexibel.
Auf der Suchliste stand:
Geomag (2 Schachteln in der Preislage bis ca. 20 € pro Schachtel) und ein Happy Cube.
Es handelt sich bei beidem um bekannte Marken – Geomag gibt’s seit 1998, Happy Cube seit 1986.
http://de.wikipedia.org/wiki/Happy_Cube
http://en.wikipedia.org/wiki/Geomag
Beides ist in Kindergärten und Horten beliebt – und somit vermutlich auch in deutschen Haushalten bekannt und beliebt…
OK.
1. Geschäft – Happy Cube – noch nie gehört. Geomag nur „Monsterpackungen“ um die 50 € aufwärts.
2. Karstadt – Spielwaren eine halbe Etage. Vor Ort das übliche
weihnachtliche Gedränge. Verkäufer: Haben wir beides nicht. Fahren Sie
doch mal zu "Monsterladen für Spielzeug" – vielleicht habens die.
3. Galeria Kaufhof: Von beiden Marken noch nie was gehört.
Ich habe mit den jeweiligen Abteilungsverkäufern gesprochen. Der
Rat, zum "Monsterladen für Spielzeug" zu fahren ist – sagen wir mal…
undiskutabel: Der liegt (von meiner Wohnung aus gesehen) in einem
Gewerbegebiet ungefähr am anderen Ende unserer Stadt. Fahrzeit im
derzeitigen Samstagschaos ca. 1 Stunde einfach (ich stand letzte Woche
im Schritt-Tempo leider unvermeidlich genau diese Strecke). Zurück
nochmal das Gleiche. In der vagen Hoffnung, daß die das haben. Ich
verfahre für mind. 10 € Benzin. Eine Freundin mit Kids war letzte Woche
in diesem Monsterladen und meinte nachher, sie kam sich vor, als ob am
Tag drauf die Notstandsgesetze in Kraft treten: Es gab keine
Einkaufswagen mehr, die Schlangen an den Kassen waren so lang, daß man
45 Minuten Wartezeit einkalkulieren mußte und überall genervte Eltern
und überdrehte Kinder…
Leute – wer so einen Rat gibt, darf davon ausgehen, daß der mehr als
genervte Kunde im internetfähigen Alter (und das ist sogar meine Mutter
noch) sich am Abend mit einem Täßchen Heißgetränk an den PC schwingt,
die Webseite von Amazon u.ä. öffnet, dort eine umfassende Auswahl
entsprechender Spielzeuge findet, passendes auswählt, dank Bestellung
über 20 € Gratisversand hat und es binnen 2 Werktagen an den Ort der
Wahl geliefert bekommt.
Und sich das zudem merkt für den nächsten Einkauf – da spart man
sich dann seine Überstunden von vornherein für zielführenderes auf….
Ich würde gern lokal kaufen. Aber ich renne ungern stundenlang ohne Ergebnis durch überheizte Geschäfte und eisige Straßen….
Niemand hat übrigens angeboten, das Gewünschte zu bestellen….