Samstag, 10. November 2012

Serenade of the Seas - 10.11. Seetag

Man kann es nicht oft genug erwähnen - Seetage sind toll.
Wir sind sowieso im Streß! Und damit meine ich gar nicht das Essen (nein - man muß auf einem Schiff nicht ständig essen - aber man könnte ständig essen!).
Ich hab es an anderer Stelle schon mal erwähnt - wir machen gerne beim sogenannten Trivia mit. Tja - Trivia - wenn man es erzählt, klingt es, als ob man wirklich schon sehr leicht zu entertainen ist. Trivia ist einfach ein Rätsel - manchmal ist es "General Knowledge", manchmal "Musik von Abba", "70er Jahre" - es kann alles sein. Gefragt werden meist zwischen 15 und 20 Fragen. Man bildet Teams - mind. 2 - max. 6 Personen.
Zu gewinnen gibt es so aufregende Dinge wie "Schlüsselringe der Reederei" oder anderen Werbeschnickschnack. Also im Klartext eigentlich nichts.
Aus irgendeinem unerfindlichen Grund ist Trivia immer völlig lustig. Die Bar füllt sich und ist brummelvoll, wenn es losgeht. Die Teams sind immer bunt durch die Nationalitäten gemischt. Manche sind wahnsinnig gut und können wirklich schwere Fragen beantworten. Wir sind (kein Eigenlob) von gut bis ziemlich gut - ab und an haben wir schon gewonnen und das schottische und irische Paar, mit denen wir oft ein Team bilden will schon Miete für uns verlangen, wenn wir mit anderen spielen.
Trivia gibts ein paar Mal am Tag (dauert ja höchstens 15 Minuten). Am Seetag machen wir Trivia mit. Natürlich findet das Ganze auf englisch statt. Ich weiß inzwischen ein paar spannende Dinge auf englisch - so heißt der Nord-Ostseekanal auf englisch "Kiel-Canal", die Ostsee ist die "Baltic-Sea" und der Oberschenkelhalsknochen ist "Femur"...
Da sag einer, Kreuzfahrten würden nicht bilden.
Andererseits verblüffe ich unsere Mitreisenden mit der schönen Eigenheit der deutschen Sprache - nämlich den zusammengesetzten Substantiven. Man läßt mich Worte aufschreiben, um sie den Lieben daheim zu zeigen - das gibts nämlich auf englisch nicht.
Außerdem genießen wir ausgiebige Bäder im Hot Whirlpool (oh ja - und ich stürze mich ins tatsächlich SAUKALTE Poolwasser - das hat Meerestemperatur - da kommts nämlich her - und sooo warm ist das Mittelmeer im November nicht - bibber!)
Und immer schön drandenken: Auf dem Weg zur Kabine: An der Queen vorbei

Wirklich blöd mit der Kabine genau 1 Deck unter der von der letzten Kreuzfahrt.


Der Kidspool mit toller Wasserrutsche:

Das ist das "Solarium" - der "nur für Erwachsene-Innenpoolbereich mit öffenbarem Glasdach"

Statt "Kunst am Bau" gibts "Kunst an Bord" - und zwar vieles, was ich ganz ganz toll finde - in jedem Gang hängen viele Bilder - keine Drucke, sondern moderne Lithos, Fotoarbeiten etc. Romero Britto ist der "Haus und Hofkünstler der Reederei" - seine Skulpturen stehen überall. Aber auch sonst - in jeder Nische stehen Kunstwerke. Ich finde das unglaublich toll!

Also - fauler Tag mit ein bißchen Gehirntraining war es heute.

Freitag, 9. November 2012

Serenade of the Seas - 09.11. Palma de Mallorca

Palma de Mallorca - kann man es sich vorstellen, daß ich als weitgereiste Frau tatsächlich noch nie auf der Deutschen liebster Insel war? Unfaßbar! Und auch diesmal ist es eigentlich Zufall - denn ursprünglich war Mallorca nicht geplant - wir sollten eigentlich nach Tunis fahren. Aber wegen der immer wieder auftretenden Anti-Westlichen Proteste hat sich die Reederei entschlossen, Tunis sausen zu lassen (Reedereien reagieren auf sowas sehr sensibel - schließlich sind die Mehrzahl der Gäste Amerikaner - oder englischsprachig - und es ist eine Horrorvorstellung, daß mit den Gästen etwas passieren würde).

Und so dämmert der Morgen - ich trete auf meinen Balkon - und das ist der Ausblick, der sich mir bietet: Im Morgenrot gleitet unser Schiff an der Kathedrale vorbei:


Außerdem gleitet es an dieser grottenhäßlichen Yacht vorbei:


Das Ding heißt A, gehört einem russischen Milliardär (Andrei Igorewitsch Melnitschenko) und widerlegt die Faustformel für Yachten (die da lautet: Jeder Meter ne Million €) - denn das Ding ist 119 m lang und soll 200 Millionen Euro gekostet haben. Design Philippe Starck. Bockhäßlich. Find ich ganz schlimm!

Die Konkurrenz parkt auch gerade ein:


Und wir gucken auf diese nette Festung:


Was wir leider auch feststellen: Wir liegen irgendwie ganz schön weit weg vom Schuß - denn natürlich sind Liegeplätze lange gebucht (man kommt ja mit so nem Schiff nicht mal eben zufällig vorbei) und wer sich länger vorher anmeldet, bekommt natürlich den vorteilhafteren Liegeplatz. Also laufen ist nicht in die Stadt.

Wir nehmen also für 12 $ pro Person den von der Reederei angebotenen Shuttle-Bus. Denn ob und wo an unserem Pier ein öffentlicher Bus fährt - das will ich nicht erstmal rauskriegen. Und der Bus braucht immerhin 15 Minuten bei flotter Fahrt bis zur Kathedrale.... das hätte ich nicht zu Fuß gehen wollen.
Und weil sie wirklich schön ist gibts hier nochmal ein Bild:


Weil die Mallorciner aber auch sehr geschäftstüchtig sind (die Barceloner - sagt man so? aber auch!) wollen sie eine Menge Eintritt für die Kathedrale - was ich verweigere. Deswegen sehen wir sie uns nur von außen an.

Wir bummeln lieber einfach so durch die Stadt:



Die Auslage eines Schuhgeschäftes erregt meine Aufmerksamkeit:


Ich sehe die Blasen an den Füßen geradezu vor mir!

Immer wieder geht es durch einen Torbogen auf einen weiten Platz:


Hier war Palma wenig touristisch - man hörte eigentlich nur spanisch:


Eine offenstehende zerschundene Tür öffnet den Durchblick hierzu:


Wir bummeln gemächlich zurück zum Shuttlebus - Palma de Mallorca ist sicher nicht urtümlich und unberührt - aber es war ganz sicher während unseres Besuches auch keine Hauptstadt eines "17. deutschen Bundeslandes". Nebensaison..... oder eher "gar keine Saison" - schön wars!

Donnerstag, 8. November 2012

Serenade of the Seas - 08.11. Einschiffung

HURRA - Einschiffungstag! Jubel, Trubel, Freude....

Diesmal geht es also auf die Serenade of the Seas. Das Schiff ist nahezu identisch zu dem, mit dem wir die Norwegischen Fjorde befahren haben. Und wir hatten Kabinen auch an fast identischer Stelle - nur ein Deck tiefer. (Was enorme Geistesanstrengung erforderte - beim Treppe laufen murmelten wir immer "an der Queen vorbei" - denn auf dem Treppenabsatz war ein großes Gemälde der Queen....

Wir frühstücken im Hotel und nehmen dann ein Taxi - denn wer will schon das ganze Gerümpel schleppen.
In Barcelona sollten die Taxis einen Taxameter nutzen. Koffer kosten pro Stück 1 € Zuschlag und wenn der Fahrer ins Hafengelände fährt, darf er ebenfalls einen Zuschlag verlangen von 2,10 €. Ich fragte vorher an der Rezeption, mit was für einem Betrag ich rechnen müßte - mir wurde "ca. 15 €" gesagt - das paßte dann auch fast genau.

Auf ein Schiff in Barcelona einchecken hat übrigens eine (kleine) Besonderheit: Inzwischen scannen alle Reedereien das Gepäck - und - um die eigenen Bordumsätze nicht zu stören ist es verboten, Alkohol mit an Bord zu nehmen (oder die Menge ist auf Wein und eine geringe Menge limitiert). In Barcelona wird das Gepäck jedoch im Hafen gescannt, nicht mehr an Bord. Und nach dem Scan kommt man an einem Duty Free Shop vorbei, der zwar nicht der billigste der Welt ist, aber ein solides Sortiment bereit hält an allem, was die Leber begehren könnte.

Wir haben nichts gekauft (außer nem 6er Pack Wasserflaschen) - aber das als Tipp am Rande...
Beim Check In waren so früh noch so wenige Gäste, daß sie die Mitarbeiter fast drum prügelten, wer uns einchecken durfte. Und dann - schnurstraks durch.

Keine Gangway - sondern ein "Finger" wie am Flughafen - und da steht schon das Begrüßungskomitee des "Activity Teams" - und wie gesagt - auf einmal quietschte jemand "I Know You, I know You" - es war Björn aus Jamaica (vermutlich der einzige Björn aus ganz Jamaica - eine gewisse Ähnlichkeit mit Bruce Darnell inklusive). irgendwie war das total süß und ich hab mich arg gefreut - wir sind uns auf der Brilliance im Mai begegnet. Dazwischen liegen auf seiner Seite etwa 45.000 Passagiere. Und ich schwöre - SOOOO ausgefallen bin ich eigentlich nicht.

Durch ein Versehen waren auf unserem Deck die Brandschutztüren zu den Kabinen nicht verschlossen (das macht man, damit die Stewards in Ruhe den Passagierwechsel machen können - sonst will jeder gleich auf die Kabine - und die haben an solchen Wechseltagen wahnsinnig zu tun, damit alles bis 13 Uhr fertig ist!) und wir huschen schnell zu unseren Kabinen. Wir warten aber, bis "unser" Steward kommt und sagen ihm Bescheid, daß wir Jacken und Rucksack in die Kabine legen. Sonst weiß niemand, ob das vergessen oder schon neu ist.... Nach uns wird auch abgesperrt - damit das nicht nochmal vorkommt (die Kabinentüren stehen auch offen - wenn Gäste da kommen und gehen könnten, wären die Dinge auch nicht ganz sicher.
Wir gehen erstmal ins Windjammer-Restaurant - ein kleiner Lunch kann ja nicht schaden.

Ein bißchen über das Schiff bummeln, Wiedererkennung - man fühlt sich gleich zu Hause.

Unser Schiff fährt übrigens nicht mit dem verteufelten Schweröl, sondern ist ein Gasturbinenschiff (und hat somit einen winzigen Bruchteil der Abgase - es gilt als "quasi abgasfrei". Mit der Abwärme der Gasturbinen wird wiederum Wasser in einer Dampfturbine erhitzt und Strom produziert. Und z.B. das Kondenswasser der Klimaanlagen wird für die Wäscherei verwendet.

Natürlich - von Luft und Liebe wird ein Schiff nicht angetrieben - aber es werden durchaus (schon aus Kostengründen) Energiesparmaßnahmen enorm konsequent durchgesetzt. Man hat z.B. viele LED-Lichter, in den Kabinen gibt es nur Energiespar- und LED-Lampen. Wassersparfunktionen sind überall. Abfall wird penibel getrennt.

Wenn es in Berichten heißt "so ein Schiff braucht so viel Strom wie eine Kleinstadt" - dann muß man schon sehen: So ein Schiff IST eine Kleinstadt: bei Vollbelegung 2500 Gäste und 900 Personen Besatzung.
Ausblick auf Barcelona von meinem Schiffsbalkon:


Andere Richtung:


Meine Kabine - da fehlts an nix (OK - bevor ich Chaos mache und Koffer auspacke):



Und das Bad (zumindest der Waschbecken-Spiegelschrank-Teil)

Die Dusche war rund mit fester Schiebetür - kein Vorhang, keine Überschwemmung...