HURRA - Einschiffungstag! Jubel, Trubel, Freude....

Diesmal geht es also auf die Serenade of the Seas. Das Schiff ist nahezu identisch zu dem, mit dem wir die Norwegischen Fjorde befahren haben. Und wir hatten Kabinen auch an fast identischer Stelle - nur ein Deck tiefer. (Was enorme Geistesanstrengung erforderte - beim Treppe laufen murmelten wir immer "an der Queen vorbei" - denn auf dem Treppenabsatz war ein großes Gemälde der Queen....

Wir frühstücken im Hotel und nehmen dann ein Taxi - denn wer will schon das ganze Gerümpel schleppen.
In Barcelona sollten die Taxis einen Taxameter nutzen. Koffer kosten pro Stück 1 € Zuschlag und wenn der Fahrer ins Hafengelände fährt, darf er ebenfalls einen Zuschlag verlangen von 2,10 €. Ich fragte vorher an der Rezeption, mit was für einem Betrag ich rechnen müßte - mir wurde "ca. 15 €" gesagt - das paßte dann auch fast genau.

Auf ein Schiff in Barcelona einchecken hat übrigens eine (kleine) Besonderheit: Inzwischen scannen alle Reedereien das Gepäck - und - um die eigenen Bordumsätze nicht zu stören ist es verboten, Alkohol mit an Bord zu nehmen (oder die Menge ist auf Wein und eine geringe Menge limitiert). In Barcelona wird das Gepäck jedoch im Hafen gescannt, nicht mehr an Bord. Und nach dem Scan kommt man an einem Duty Free Shop vorbei, der zwar nicht der billigste der Welt ist, aber ein solides Sortiment bereit hält an allem, was die Leber begehren könnte.

Wir haben nichts gekauft (außer nem 6er Pack Wasserflaschen) - aber das als Tipp am Rande...
Beim Check In waren so früh noch so wenige Gäste, daß sie die Mitarbeiter fast drum prügelten, wer uns einchecken durfte. Und dann - schnurstraks durch.

Keine Gangway - sondern ein "Finger" wie am Flughafen - und da steht schon das Begrüßungskomitee des "Activity Teams" - und wie gesagt - auf einmal quietschte jemand "I Know You, I know You" - es war Björn aus Jamaica (vermutlich der einzige Björn aus ganz Jamaica - eine gewisse Ähnlichkeit mit Bruce Darnell inklusive). irgendwie war das total süß und ich hab mich arg gefreut - wir sind uns auf der Brilliance im Mai begegnet. Dazwischen liegen auf seiner Seite etwa 45.000 Passagiere. Und ich schwöre - SOOOO ausgefallen bin ich eigentlich nicht.

Durch ein Versehen waren auf unserem Deck die Brandschutztüren zu den Kabinen nicht verschlossen (das macht man, damit die Stewards in Ruhe den Passagierwechsel machen können - sonst will jeder gleich auf die Kabine - und die haben an solchen Wechseltagen wahnsinnig zu tun, damit alles bis 13 Uhr fertig ist!) und wir huschen schnell zu unseren Kabinen. Wir warten aber, bis "unser" Steward kommt und sagen ihm Bescheid, daß wir Jacken und Rucksack in die Kabine legen. Sonst weiß niemand, ob das vergessen oder schon neu ist.... Nach uns wird auch abgesperrt - damit das nicht nochmal vorkommt (die Kabinentüren stehen auch offen - wenn Gäste da kommen und gehen könnten, wären die Dinge auch nicht ganz sicher.
Wir gehen erstmal ins Windjammer-Restaurant - ein kleiner Lunch kann ja nicht schaden.

Ein bißchen über das Schiff bummeln, Wiedererkennung - man fühlt sich gleich zu Hause.

Unser Schiff fährt übrigens nicht mit dem verteufelten Schweröl, sondern ist ein Gasturbinenschiff (und hat somit einen winzigen Bruchteil der Abgase - es gilt als "quasi abgasfrei". Mit der Abwärme der Gasturbinen wird wiederum Wasser in einer Dampfturbine erhitzt und Strom produziert. Und z.B. das Kondenswasser der Klimaanlagen wird für die Wäscherei verwendet.

Natürlich - von Luft und Liebe wird ein Schiff nicht angetrieben - aber es werden durchaus (schon aus Kostengründen) Energiesparmaßnahmen enorm konsequent durchgesetzt. Man hat z.B. viele LED-Lichter, in den Kabinen gibt es nur Energiespar- und LED-Lampen. Wassersparfunktionen sind überall. Abfall wird penibel getrennt.

Wenn es in Berichten heißt "so ein Schiff braucht so viel Strom wie eine Kleinstadt" - dann muß man schon sehen: So ein Schiff IST eine Kleinstadt: bei Vollbelegung 2500 Gäste und 900 Personen Besatzung.
Ausblick auf Barcelona von meinem Schiffsbalkon:


Andere Richtung:


Meine Kabine - da fehlts an nix (OK - bevor ich Chaos mache und Koffer auspacke):



Und das Bad (zumindest der Waschbecken-Spiegelschrank-Teil)

Die Dusche war rund mit fester Schiebetür - kein Vorhang, keine Überschwemmung...