Sonntag, 25. September 2011

Mariner of the Seas 25.09.2011

Ashdod-Jerusalem

Angesichts der Querelen im Nahen Osten und der Tatsache, daß sich trotz „offizieller Waffenruhe“ einige palästinesische Splittergruppen nicht an was Offizielles gebunden fühlten und selbstgebastelte Bomben auf Ashdod warfen, war ja unklar, ob dieser Hafen angefahren wird oder ersetzt wird. Wir hofften das Beste – waren aber auf Eventualitäten vorbereitet und hatten ein paar Varianten in petto.

Plan A war: Ausflug nach Jerusalem mit Totem Meer – da waren wir in eine englischsprachige Minigruppe mit Guided Tour Israel eingebucht.

Plan B: Sollte das Schiff statt Ashdod Haifa anlaufen und 2 Tage dort bleiben, würde die Agentur gegen moderaten Aufpreis die Tour auch ab dort anbieten

Plan C: Israel wird gar nicht angefahren – dann kann die Alternative eigentlich nur Zypern sein. Das kriegen wirauch hin – ist ja auch schön.

Es wurde Plan A. Alles lief wie ausgeschrieben. Alle Formalitäten waren ja schon am Vortag erledigt (das war wirklich praktisch – man wurde deckweise durch den Speisesaal gelotst – bekam seinen Paß in die Hand, ein separates Blättchen mit dem Israel-Visum, das schhon von der Reederei ausgefüllt war. 3 Israelische Einreisebeamtinnen überprüften alles und – voila....

Heut gabs also ein frühes Balkonfrühstück – nämlich um halb 7 – damit wir pünktlich um halb 8 das Schiff verlassen konnten. Das ist doch kein Urlaub! Unser Guide erwartete und schon und das Grüppchen von 16 konnte aufbrechen. Immerhin ist Jerusalem noch eine knappe Fahrtstunde entfernt.

Der kleine Bus ist natürlich wendiger und kann manche Straße entlang, an der die großen Busse scheitern.
Die Tour sollte enthalten:

Altstadt
Christlicher Stadtteil
Jüdischer Stadtteil
Muslimischer Stadtteil
Tempelberg
Berg Zion
Garten von Gethsemane


Grab König Davids
Grabeskirche
http://de.wikipedia.org/wiki/Grabeskirche
Bei der kann man sehen, warum es in der Gegend kocht und brodelt: Heute ist die Grabeskirche in der Hand sechs christlicher Konfessionen: Die sind untereinander so verstritten, daß wegen der Streitigkeiten die moslemische Familie Joudeh seit mehreren Jahrhunderten die Schlüssel der Kirche verwahrt und die ebenfalls moslemische Familie Nusseibeh schließt die Haupttür morgens auf und abends wieder zu. Außerdem traten die Familienmitglieder oft als Schlichter auf. Die israelischen Behörden beließen die festgesetzte Aufteilung (Status quo), nachdem die Altstadt nach 1967 unter ihre Verwaltung kam. Die komplizierten Besitzverhältnisse erschweren sehr bauliche Maßnahmen, da jede Veränderung eine Verletzung des Status verursachen könnte. So steht zum Beispiel eine längst sinnlos gewordene Holzleiter an der Fassade über dem Hauptportal, die niemand entfernen kann. Sie diente im 19. Jahrhundert den Mönchen zum Einstieg in die Kirche, wenn die Tore behördlich geschlossen waren. Seit vielen Jahrzehnten laufen Bestrebungen, sie zu entfernen, doch ist es nicht geregelt, wer das Recht dazu hätte.

Ich bestätige die Existenz dieser blöden Leiter – ich habe sie mit eigenen Augen gesehen und DWM hat sie auch fotografiert...

Um an das "Grab" zu kommen, betrug bei unserem Besuch die "Anstehzeit" mehrere Stunden..... wie man ganz gut sieht....


Klagemauer
Da kommentiere ich mal nicht weiter, daß da Männer und Frauen natürlich getrennt voneinander hin dürfen – der Männerbereich aber ¾ einnimmt, die Frauen dürfen an ¼ der Mauer....


Via Dolorosa


Für den Nachmittag wollten wir an das Tote Meer fahren – denn das wollten wir unbedingt mal ausprobieren.


Das war wirklich toll – man plöppt echt hoch wie ein Korken – man kann sich selbst im knietiefen Wasser nicht hinsetzen. Und man tritt ständig auf Salzbrocken - weil das Wasser so salzgesättigt ist, daß sich die nicht mehr auflösen.


Es gibt 2 Sorten Schlamm – normalen Sandschlamm und ganz ganz weichen Schlamm – der ist wohl etwas ölhaltig und macht unglaublich weiche Haut. Man muß aufpassen, daß man kein Wasser in die Augen bekommen – das ist wohl nicht ganz ungefährlich.

Wir haben auch noch einen Seltenheit gehabt – Regen in der Wüste – es plitschte nur so ins Wasser – und auf der Rückfahrt hatten wir tatsächlich eine Überflutung auf der Straße – da die Wüste überhaupt kein Wasser speichern kann, sammelt sich das Regenwasser – und sei es noch so wenig und „tut sich zu reißenden Bächen“ zusammen. Es war echt nicht viel Regen – bei uns hätte man es einen kleinen Schauer genannt. Dort machte es 10 % der jahresniederschlagsmenge aus – und die Straße wurde geflutet.

Eins kann man gleich sagen: Jerusalem war voll. Man muß voll eigentlich in GROSSBUCHSTABEN schreiben – denn es war gesteckt voll. Da konnte unser Guide machen, was er wollte und gehen, wohin er wollte – man steckte immer zwischen mehreren Monstergruppen.



Ich denke, wir haben alles gesehen – und waren vor lauter Input und lauter Leuten erschlagen. Aber spannend war es.

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